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Kinderyoga – ein weiterer Trend?

Der Kinder-Alltag ist bereits von einem engmaschigen Netz an Aufgaben und Verpflichtungen durchzogen: Frühenglisch, Mu-Ki-/Va-Ki-Turnen, Schauspielkurse, etc. Es hat sich doch schon etwas zum Trend entwickelt, dass die frühkindliche Förderung eben besser früh als spät beginnt. Weshalb noch ein weiteres To Do in den Alltag des Kindes packen? Gute Frage.

Wirft man einen Blick auf die veröffentlichten Studien und Forschungsarbeiten zu Kinderyoga, zeigt sich in zweierlei Hinsicht ein überraschendes Bild: Einerseits, weil in diesem Bereich bereits seit 20 Jahren Forschung betrieben wird. Andererseits, weil sich neuere Studien vor allem auf den Zusammenhang von Yoga und gewissen Krankheitsbildern wie ADHS, Autismus, Essstörungen, Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen konzentriert haben. Und doch gibt es bisher keine repräsentativen Langzeitstudien, welche Yoga bei Kindern als das Wundermittel nachweisen würden.

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse existieren bereits?

Es lässt sich zusammenfassend sagen, dass die positiven Wirkungen, die wir als erwachsene Yogis und Yoginis wahrnehmen auch bei Kindern feststellbar sind. Das heisst, Yoga verbessert die Konzentration und Kognition. Auf der physischen Ebene steigert Yoga die motorische Leistungsfähigkeit und verbessert die Körperwahrnehmung. Zudem lernen Kinder bereits sehr früh, auf ihren Körper zu hören. Zusätzlich üben die Kinder Techniken zur Stressbewältigung, die auch im Erwachsenenalter angewandt werden können. Was vielleicht bei Frühenglisch oder einem Mu-Ki/Va-Ki-Turnen eher weniger der Fall ist. Womit wir bei der Frage angelangt wären, ob Kinderyoga einfach ein weiterer Trend ist. Das könnte durchaus der Fall sein, jedoch sind die Konsequenzen dieses Trends im Falle des Kindes nachhaltig positiv bis ins Erwachsenenalter. Denn Yoga ist schlussendlich eine universelle Sprache, die alle Altersgruppen nutzen können und ein Begleiter, in allen Lebenssituationen.

Kinderyoga hilft bei der Stressbewältigung und der Stärkung der eigenen Körperwahrnehmung.

Mu-Ki oder Va-Ki-Yoga?

Von der Idee, mit dem Kind zusammen Yoga zu machen, wird aber abgeraten. Kinder befinden sich im Wachstum, weshalb nicht alle Körperbereiche gleich belastbar sind. Beispielsweise die Handgelenke oder auch die Wirbelsäule gilt es, nur mit Mass zu belasten. Atemübungen werden eher nicht empfohlen, Meditationen lassen sich in abgeleiteter Form umsetzen. So zum Beispiel wenn die Kinder mit den Augen dem Sand beim Durchrieseln in der Sanduhr zuschauen oder sich beim Ausmalen von Mandalas zurückziehen können.

Deshalb gibt es schlussendlich nur eine Möglichkeit, die Frage, ob Kinderyoga ein neuer Trend ist, für sich zu klären: Indem man einfach mal ausprobiert, ob das eigene Kind an der Yoga-Praxis überhaupt Freude hat.

Stefanie Weber

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