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Der achtgliedrige Yogaweg: Asanas (3/8)

Auf unserer Reise durch den achtgliedrigen Yogaweg nach Patanjali (T. K. V. Desikachar: The Heart of Yoga, 1995), haben wir uns bereits die Yamas und Niyamas angeschaut. Im dritten Teil unserer Serie, bleiben wir in der äusseren Welt und widmen uns den Asanas – Körperübungen. Sie sind wohl das bekannteste Glied mit dem Jede und Jeder, der Yoga praktiziert früher oder später in Berührung kommt.

Asanas als Vorbereitung für die Meditation

‘Asanas’ versteht sich als Überbegriff für die Übungen, die man in einer Yoga Praxis macht: Herabschauender Hund, Kopfstand, Krieger I, II & III usw. Asanas sind ein Werkzeug, damit wir unseren Körper fit und stark halten können. Schliesslich lebt unsere Essenz darin. Sie sind als Vorbereitung für Pranayama (Atemübungen) und Meditation gedacht (darüber werden wir in den kommenden Beiträgen noch sprechen) und dienen dazu, die überschüssige und angestaute Energie im Körper in Bewegung zu bringen und abzubauen, damit sich der Geist besser entspannen kann. Es fällt uns dadurch leichter einfacher in die Meditation übergehen zu können.

Als Übung kannst du dich gerne mal in den Schneidersitz (Sukhasana) begeben, deine Augen schliessen und hineinhören, wie sich dieser nach ein paar Minuten anfühlt. Zwickt es im Knie, brennt es nach im Oberschenkel, spürst du einen Druck bei den Lenden und dein Geist schreit wie ein Wald voller Affen? Voila. Durch eine vorangehende Asana Praxis, welche die Brücke zwischen Anstrengung und Entspannung schlägt, fällt es uns einfacher in die Meditation zu finden. Unsere Muskeln entspannen sich und unser Geist kommt durch die Asana zur Ruhe.

Sthira & Sukha

Bei Asanas gibt es kein ‘Ziel’. Keinen Endpunkt, den es zu erreichen gilt. Sie sind vielmehr explorativ und entwickeln sich stetig weiter, denn immer gibt es neue Dinge zu entdecken. Auf jedem Level einer Asana findet sich eine sanfte Bewegung, die es zu erleben gibt. Egal ob man Anfänger oder Fortgeschrittener ist. Es geht darum im eigenen Körper präsent zu sein, Bewegungen bewusst zu spüren, sowie Muskeln und Gelenke wahrzunehmen. Und ganz wichtig, eine Balance zwischen Konzentration/Anspannung (Sthira) und Hingabe (Sukha) zu finden. Sthira bedeutet stabil und fest, standhaft und kraftvoll, wird aber auch oft mit bewegungslos und still gleichgesetzt. Sukha steht für angenehm und leicht und fördert das Wohlgefühl. Sthira und Sukha ergänzen sich damit ähnlich wie das chinesische Yin und Yang. Schafft man es all diese Elemente zu integrieren, dann verlässt man eine Yoga Klasse mit dem Gefühl der Leichtigkeit, Lebendigkeit und einem erweiterten Bewusstsein.

Jedoch geht es bei den Asanas nicht (was jedoch fälschlicher Weise heute oft so interpretiert wird) darum, eine ‘perfekte Haltung zu erreichen’. Du bist nicht ‘mehr Yogi’, nur weil dein Körper in der Lage ist, eine schwierigere Pose einzunehmen. Im Gegenteil: Stimmt das Mindset des Yogis/ der Yogini nicht, kann es durchaus sein, dass mehrere Minuten im Handstand weniger die Qualitäten des Yogas hervorbringen als jemand, der bei Herabschauenden Hund die Knie beugen muss, aber mehrere Glieder des Yogawegs nach Patanjali Tag ein Tag aus lebt.

Elena Scacchi

Hei, ich bin Elena und leidenschaftliche Yoga Lehrerin. Im yoga2be leite ich Dienstags von 17.00 - 18. 00 Uhr eine Hatha Klasse und Sonntags von 16.30 - 17.30 Uhr eine sehr entspannende Yin Yoga & Sound Stunde. Ich würde mich freuen, dich da mal zu sehen. Wenn du mehr über mich erfahren möchtest oder Fragen hast, dann folge mir doch auf Instagram.

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