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Wind of Change – Der Herbst ist da!

Wenn sich die Blätter zu färben beginnen, das Sonnenlicht schwächer und die Tage kürzer werden, dann steht der Herbst vor der Tür. Eine Zeit des Wandels, eine Zeit des Loslassens und eine Zeit, in der Vata in der Natur zunimmt. Vata wird im Ayurveda als die Verbindung der Elemente Luft und Raum verstanden. Besonders Zweiteres ist schwer fassbar. Als gedankliche Hilfe dient bspw. das Kniegelenk (Ayurveda Yoga: Dr. Alina Hübecker, S. 168.). Ohne Raum zwischen den Knochen wären Bewegungen wie das Aufstehen oder Gehen nicht möglich. In der Natur entsteht Raum bspw. durch das Herunterfallen der Blätter von den Bäumen. Dadurch wird wieder Raum für «Neues» geschaffen: den Knospen im nächsten Frühling. 

Einfluss von Vata auf Körper und Geist

Wenn sich Vata in der Natur erhöht, dann hat dies auch auf uns einen Einfluss. Vata dirigiert alle Formen von Zirkulation im Körper, vom körperlichen Handeln über die mentale Aktivität (Wahrnehmung Gedanken, Einsichten) bis zur Kommunikation mit Worten, der Atmung, dem Schlagen des Herzens und dem Fluss des Nervensystems. Zudem kann Vata positive Qualitäten wie Inspiration, Kreativität, Spontaneität und Aktivierung bringen. Ähnlich wie der Wind, bringt Vata kühle Luft, Trockenheit und wirbelt alles durcheinander, was nicht niet- und nagelfest ist. Ist diese Energie in uns in Disbalance, dann fühlen wir Verunsicherung, Angst, Überforderung. Unter Stress können sich diese Eigenschaften noch verschlimmern.

Yoga, Pranayama und Meditation im Herbst

Um während den Herbstmonaten in Balance zu bleiben, können eine Yoga- und Meditationspraxis, die Feuer beinhaltet, sowie Atemübungen helfen, um die Kühle des Windes auszugleichen. Zusätzlich helfen aber auch erdende Elemente und fliessende Sequenzen (Wasser), die der Trockenheit des Windes entgegenwirken. Nur mit der nötigen Bodenhaftung geraten wir durch die stürmischen Winde im Herbst nicht aus der Balance – körperlich und auch geistig.

Konkret heisst das:

  • Balance-Übungen im Stehen (Vriksasana, Natarajasana, Eka Pada, Utkatasana) können helfen, die Bodenhaftung und Erdung zu stärken. 
  • Bei Fussübungen wie bspw. beim Treppensteigen mal nur die Kanten zu nutzen oder nur auf den Zehenballen hochzusteigen. Eine Fussmassage vor dem Zubettgehen ist ebenfalls sehr wirkungsvoll.
  • Hüftöffner (Malasana Baddha, Konasana, Mandukasana) helfen, Spannung aus dem unteren Rücken, Becken und den Oberschenkel zu nehmen. Hier sammelt sich Vata im Körper oft an.
  • Schnell landen wir in dieser Jahreszeit auch in Gedankenkarusellen, hinterfragen Meinungen anderer und Geschehenes besonders intensiv. Hierzu helfen Atemübungen, um den gedanklichen Stress loszulassen (Nadi Shodana). Zusätzlich sind Asanas sinnvoll, die uns zur Ruhe kommen lassen (Viparita Karani, Balasana) und uns erden. Ab und zu eine Yin Yoga Sequenz kann Wunder bewirken.
  • Ganz hartnäckige Gedanken lassen sich durch Umkehrhaltungen aus dem Kopf treiben. Wenn die Welt schon Kopf steht, kann es helfen, dies ab und zu selbst ganz bewusst zu forcieren. 
  • Regelmässige Meditationssequenzen oder Visualisierungen, die eine erdende Wirkung haben, unterstützen deine Resilienz zusätzlich und vertreiben beklemmende Gedanken.
  • Und zu guter Letzt können in turbulenten Zeiten gewisse Routinen ganz viel Halt geben. Sei das derselbe Tagesablauf am Morgen vor der Arbeit oder abends vor dem Einschlafen. Auch wenn das Leben im Herbst viele Steine in den Weg legen kann, lass dir diesen nicht verbauen und finde eine Möglichkeit, um regelmässig Yoga zu üben.  

Bewege dich zudem langsam und bewusst in deinem Alltag. Vermeide es, von A nach B zu hetzen, damit du die Bodenhaftung nicht verlierst. Zwischendurch eine Tasse Tee geniessen und Durchatmen ist kein Zeichen von Faulheit, sondern eine sinnvolle Investition in deine Gesundheit!

Stefanie Weber

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